Großer Verlust für die Leichtathletik in Rostock

Martin Waterstradt/ Oktober 12, 2013/ Allgemein

Dr. Thomas Millat, der langjährige Vorsitzende des Kreis-Leichtathletik-Verbandes, verlässt die Hansestadt und schlägt seine berufliche Heimat im englischen Nottingham auf. “Ich hatte eine sehr schöne, interessante und aufregende Zeit hier in Rostock”, sagt der in der Hansestadt aufgewachsene Millat. 
Nach seinem Abitur studierte der ehemalige Läufer an der Universität Rostock Physik und schloss das Studium 2003 mit der Promotion ab. Schon während seines Studium engagierte er sich auf vielfältige Weise für den Sport. Als fester Bestandteil der Laufgruppe beim 1. LAV Rostock war er über 15 Jahre ein zuverlässiger Betreuer für das traditionelle Winter-Trainingslager des Vereins. Doch nicht nur dort war er ehrenamtlich während und nach seiner Studienzeit tätig. Seit 2001 war der damalige Doktorand Mitglied im Kreis-Leichtathletik-Verband (KLV) Rostock, 2006 wurde er zum 1. Vorsitzende gewählt. Maßgeblich prägte er die Arbeit des städtischen Dachverbandes. Unter ihm blühte der jährlich im Frühjahr stattfindende Ostseepokal für Schüler auf. Mittlerweile platz die Veranstaltung mit über 600 Teilnehmern aus allen Nähten. Aber auch für die vielen kleineren Wettkämpfe wie die Bahneröffnung und die Abendsportfeste des 1. LAV Rostock sowie die Leichtathletik-Landesmeisterschaften zeichnete sich der Millat als KLV-Chef verantwortlich. Nicht zuletzt war der gebürtige Rostocker maßgeblich am Gelingen der Deutschen Jugend-Meisterschaften im Sommer beteiligt. Die Fäden der Wettkampf-Organisation lagen bei ihm nicht nur bei diesem sportlichen Großereignis in guten Händen. Seit 2009 fungierte Millat auch als Wettkampfwart des Leichtathletik-Verbandes Mecklenburg-Vorpommern (LVMV).
“Ich freue mich auf die neue berufliche Herausforderung”, verrät der 39-Jährige. Der zuletzt am Institut für Systembiologie und Bioinformatik der Universität Rostock angestellte Doktor kann in England seine Arbeit auf dem Gebiet der Bakterien-Forschung vorsetzen. Seiner Sportart verbunden wird der Nationale Technische Offizielle (NTO) des Deutschen-Leichtathletik-Verbandes (DLV) auch weiterhin bleiben. “Zu großen Wettkämpfen würde ich auch gerne wieder zurück nach Deutschland kommen”, sagt der 2009 zu Weltmeisterschaft in Berlin ebenfalls eingesetzte Millat. Ob dies im kommenden Jahr zur Team-Europameisterschaft in Braunschweig schon passieren wird, bleibt abzuwarten. “Die Kontakte zum DLV und zum englischen Leichtathletik-Verband sind schon hergestellt”, erzählt der sympathische Wissenschaftler. Auch in England will Millat sich ehrenamtlich für seine Sportart engagieren.
Von “seiner” Trainingsgruppe beim 1. LAV Rostock hat er zum Abschied u.a. ein T-Shirt bekommen, mit der Auflage mindestens einmal die Woche selbst in Nottingham laufen zu gehen. Und auch LAV-Chef Ralf Skopnik wünscht Millat alles gute: “Nicht nur der ganze Verein, sondern die ganze Leichtathletik im Land hat Dr. Millat viel zu verdanken. Wir wünschen ihm alles Gute auf seinem beruflichen Weg und hoffen ihn das ein oder andere Mal in Rostock wieder zusehen.” Ein erstes kleines Wiedersehen wird es schon im Februar 2014 geben. Auch dann wird “Milli”, wie er von vielen genannt wird, wieder mit den Läufern ins Trainingslager nach Oberhof fahren. Dieses Mal wird er jedoch aus England anreisen.

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